Biopsie - Gewebeentnahme - Gewebeprobe

Biopsie.org Wenn es zu einer deutlich tastbaren Schwellung, veränderten Blutwerten oder einem geschwollenen Lymphknoten kommt, verbirgt sich in den meisten Fällen nur eine gutartige Veränderung oder eine andere Ursache dahinter. Allerdings können derartige Symptome auch auf eine bösartige Tumorerkrankung hinweisen.

Um einen Krebsbefund auszuschließen, wird in solchen Fällen eine Punktion durchgeführt.
Hierbei wird aus der entsprechenden Körperstelle eine Gewebeprobe entnommen, um sie anschließend zu untersuchen. Diese Entnahme wird häufig auch als Biopsie bezeichnet.

Wann ist eine Biopsie sinnvoll?

Häufig werden Gewebeveränderungen bei den so genannten bildgebenden Verfahren entdeckt. Dazu zählen unter anderem Röntgen, MRT, CT und die Sonografie. Allerdings lässt sich in den meisten Fällen nicht genau sagen, was sich hinter der Gewebeveränderung verbirgt, so müssen Gewebe oder Zellen entnommen werden, um eine Untersuchung unter dem Mikroskop durchzuführen. Hierfür ist keine komplizierte, große Operation nötig, da die Proben meist innerhalb eines kleineren Eingriffes entnommen werden können. Die Biopsie an sich zählt also zu den kleineren Eingriffen.

Zu den zugrundeliegenden Ursachen, bei denen Biopsien üblicherweise anberaumt werden, zählen:

  • Veränderungen der Haut
  • Schilddrüsenknoten
  • Tastbefund der Prostata und ein hoher PSA-Wert
  • Schleimhautveränderung des Gebärmutterhalses
  • Veränderungen der Blasen-, Darm- oder Magenschleimhaut
  • Knoten in der Brust

Es wird biopsiert, um Krankheiten auszuschließen

Biopsien dienen nicht in erster Linie dazu eine bösartige Krankheit zu diagnostizieren, sondern um diese ausschließen, aber auch um bei möglicher Erkrankung frühzeitig und rechtzeitig die geeignete Behandlung einzuleiten.

Darüber hinaus werden Biopsien nicht nur durchgeführt, um abzuklären, ob es sich um bösartiges Gewebe handelt, sondern auch um zu überprüfen ob Patienten, die den Krebs bereits besiegt haben, keinen Rezidiv erlitten haben. Häufig können bei bildgebenden Verfahren bei Patienten, bei denen ein Tumor entfernt wurde, eine Narbenbildung erkennen. Allerdings kann nicht immer unterschieden werden, ob es sich allein um Narbengewebe handelt oder ob sich erneut Tumorgewebe gebildet hat.

Um dies abzuklären, werden aus dem entsprechenden Gebiet per Biopsie einige Zellen entnommen, um den Befund abzuklären. Wenn der veränderte Bereich klein ist, lohnt es sich meist nicht nur einige Zellen oder eine kleine Gewebeprobe zu entnehmen, sondern es wird dabei der komplette Bereich entfernt. Dies stellt darüber hinaus sicher, dass das Gewebe direkt komplett entfernt wird. Dies ist unter anderem bei sogenannten Muttermalen oder anderen Hautveränderungen der Fall. Auf die gleiche Weise wird auch bei Lymphknoten vorgegangen. Sobald diese auffällig sind, werden diese in der Regel ganz entfernt. Darmpolypen werden bei einer Darmspiegelung in der Regel ebenfalls sofort entfernt.

Was wird durch eine Biopsie erkannt?

Erfahren Sie mehr auf biopsie.org über die verschiedenen Biopsien, über die der Leber,über die des Darms mithilfe einer Koloskopie, über die der Nieren, über die der Lunge und vielen mehr.

Wenn die Biopsie durchgeführt wurde, wird das Material in ein spezielles Labor geschickt, das auf die Untersuchung spezialisiert ist. Dort untersuchen Spezialisten für Zell- und Gewebeuntersuchungen die biopsierte Probe. Je nach der Fragestellung, beziehungsweise was in der Probe vermutet wird, wird entschieden, ob die Probe beispielsweise konserviert und in dünne Teile zerschnitten wird oder ob sie nur teilweise genutzt wird. Die histologische Untersuchung erfolgt im Anschluss: Molekularbiologische und mikroskopische Tests liefern letztendlich die Informationen über die Zell- und Gewebeeigenschaften. Wenn Biopsien von einem Arzt vorgeschlagen werden, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass er einen bösartigen Tumor vermutet oder dieser auch tatsächlich vorliegt. Allerdings ist es wichtig, sich bei entsprechenden Themen abzusichern.

Auch der Ursprung eines Tumors kann beim Biopsieren erkannt werden, sofern einer vorliegt. So kann eine einzelne kleine Probe Aufschluss über eine Gesamterkrankung geben und kann außerdem auch hilfreich für die folgenden Untersuchungen sein. So zeigt sich beispielsweise bei Gewebe aus einem bösartigen Lebertumor, ob der Krebs seinen Ursprung in der Leber selbst fand und Leberkrebs vorliegt oder ob es sich lediglich um Metastasen handelt. Auch anhand der Metastasen selbst lässt sich erkennen, wo der Krebs seinen Ursprung fand. Darüber hinaus lässt sich erkennen, aus welchem Gewebe innerhalb eines Organes der Krebs hervorging. So ist es bei Magenkrebs üblich, dass der Krebs sich aus den Zellen der Magenschleimhaut entwickelt. Allerdings ist es auch möglich, dass Krebs seinen Ursprung in dem Lymphgewebe findet. Da verschiedene Tumorformen auch verschieden behandelt werden müssen, ist es wichtig, zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden zu können.

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